Kann ich mit dem Campingfahrzeug ein herkömmliches Navigationsgerät nutzen?

Grundsätzlich kannst du jedes straßentaugliche Navigationsgerät auch im Camper verwenden. Bist du mit einem kompakten Campingbus unterwegs, sind auch Google Maps und Co. gute Lotsen. Bei der Routenführung berücksichtigen herkömmliche Navigationsgeräte aber nicht die Maße deines Fahrzeugs

Fährst du mit einem sehr hohen Wohnmobil, kann dich die Routenführung möglicherweise durch eine zu niedrige Unterführung navigieren, in welcher du im schlimmsten Fall stecken bleibst. Auch mit einem Wohnwagen kann es auf manchen Streckenabschnitten Schwierigkeiten geben. Denn das Gespann kann für bestimmte Brücken zu schwer sein. In engen Kurven, beispielsweise auf Passstraßen, lässt sich der Wohnwagen nur schwer manövrieren.


Was zeichnet ein Navigationsgerät für Camper aus?

Auf Passstraßen kann es mit einem langen Gespann ziemlich eng werden. Daher sind solche Strecken manchmal für Anhänger gesperrt.
Auf Passstraßen kann es mit einem langen Gespann ziemlich eng werden. Daher sind solche Strecken manchmal für Anhänger gesperrt. © Jean Wimmerlin unsplash.com

Campertaugliche Navigationsgeräte bieten ausführlichere Individualisierungsoptionen. Sie berücksichtigen die Maße und das Gewicht deines Fahrzeugs beziehungsweise Gespanns. Außerdem kann das Navigationsgerät eventuelle Einschränkungen durch Brücken, Unterführungen oder Durchfahrtsverbote in die Routenplanung einbeziehen. Wie zuverlässig die Routenführung ist, hängt immer von der Qualität des Kartenmaterials ab.


Sollte ich auch mit Wohnwagen ein Campernavi verwenden?

Ja, denn auch Gespanne können im Straßenverkehr besonderen Vorschriften unterliegen, beispielsweise Durchfahrtsverboten und Gewichtsbeschränkungen. Insbesondere in den Alpen sind steile Passstraßen zu bestimmten Zeiten für Anhänger gesperrt. 

Die Durchfahrtshöhe ist bei Wohnwagen zwar weniger ein Problem, aber hinsichtlich der Breite des Wohnanhängers, wirst du einige Straßen nicht befahren können. Ein Campernavi unterstützt dich bei der Wahl einer geeigneten Route, warnt dich vor unpassierbaren Straßen und schützt dich vor empfindlichen Strafen.


Gibt es spezielle Navigationsgeräte für Wohnwagen?

Ein Camper-Navi unterstützt in der Regel alle Campingfahrzeuge. In den Einstellungen des Geräts kannst du einen Wohnwagen als Fahrzeugtyp auswählen.


Woher weiß das Navigationsgerät, wie breit eine Straße ist?

Kenntnisse über Straßenbeschaffenheit, Beschilderungen und weitere Besonderheiten, sind eine positive Folge der Bürokratie. Zumindest in Deutschland müssen alle Veränderungen an der Verkehrsinfrastruktur beantragt und genehmigt werden. Die entsprechenden Behörden dokumentieren alle Vorgänge und sammeln die Informationen in einem zentralen Register. Darauf können die Kartenanbieter zugreifen und über ein Update eine geänderte Straßenbreite oder beispielsweise auch einen neuen Kreisverkehr in das Kartenmaterial einfügen.

So geordnet läuft es aber nicht überall auf der Welt ab. Es gibt Länder, in denen Städte oder Gemeinden neue Straßen anlegen, ohne eine übergeordnete Behörde darüber zu informieren. Bis die Kartenanbieter von der Neuerung erfahren, kann viel Zeit vergehen.


Sind Campingplätze im Campernavi hinterlegt?

In der Regel sind bei speziellen Camper-Navigationsgeräten Campingplätze und Stellplätze als POIs (Points of Interest) hinterlegt. Manche Hersteller integrieren sogar einen Camping- oder Stellplatzführer (ADAC, Bordatlas, promobil Stellplatzradar) in das Navigationsgerät. In diesem Fall siehst du nicht nur den Standort des Platzes, sondern auch eine Beschreibung der Ausstattung und Lage.


Gibt es Campernavis auch in Form einer App?

Ja, mit Copilot GPS Navigation gibt es auch eine campergerechte Navigations-App für iOS und Android. Die App bietet die Möglichkeit, Maße und Gewicht des Wohnmobils oder Wohnwagen-Gespanns einzugeben. Außerdem lassen sich über die POI-Suche auch Resultate über das Empfehlungsportal Yelp finden. 14 Tage lang dürfen Camper die App kostenfrei testen, danach fallen für das Abo monatlich 30 Euro an.

Auch Sygic bietet für seine Lkw-App Truck GPS Navigation optimierte Funktionen für Camper an. Die Urlaubsroute lässt sich auch über Google Maps planen und anschließend auf die Sygic-App übertragen. Die App Sygic Truck GPS Navigation kostet einmalig 100 Euro, die Kartenupdates sind für drei Jahre inklusive.


Was ist der Unterschied zwischen einem Navi für LKW und Wohnmobil?

Sowohl die Lkw-Navigation als auch Navis für Wohnmobile berücksichtigen Maße und Gewicht des Fahrzeugs. Reine Lkw-Navigationsgeräte halten sich bei Durchfahrtsverboten und Geschwindigkeitsbegrenzungen jedoch an die Vorschriften für gewerblich genutzte Lkws. Während diese auf Autobahnen maximal 80 km/h fahren dürfen, ist bei Wohnmobilen mit mehr als 3,5 Tonnen eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h erlaubt. 

Solche abweichenden Vorgaben führen dazu, dass das Navigationsgerät regelmäßig Warnungen ausgibt oder du die entsprechenden Hinweise deaktivieren musst. Es gibt auch Navigationsgeräte, bei denen du in den Fahrzeugeinstellungen zwischen LKW und Camper wählen kannst. Die Unterscheidung zwischen LKW- und Wohnmobil-Navi betrifft also mehr die Software als die Hardware.


Kann ich ein Campernavi auch im Pkw verwenden?

Selbstverständlich lässt sich ein Campernavi auch im Pkw sinnvoll nutzen. Es wäre auch schade, wenn du das verhältnismäßig teure Navigationsgerät ausschließlich im Campingurlaub verwenden könntest. Beachte jedoch, dass Campernavis oftmals mit einem großen Bildschirm ausgestattet sind. Im Wohnmobil ist das ideal, aber in Pkws mit kleiner Frontscheibe behindert ein großes Navi möglicherweise deine Sicht.


Was sollte ich beim Kauf eines Campernavi beachten?

Achte darauf, dass umfangreiches Kartenmaterial mitgeliefert wird. Der nachträgliche Kauf einzelner Karten ist zwar in der Regel möglich, aber mit enormen Kosten verbunden.

Für mobile Navigationsgeräte gibt es oftmals verschiedene Halterungen und Adapter zur Befestigung im Fahrzeug. Dieses Zubehör musst du nicht zwingend vom Hersteller des Navigationsgerätes kaufen. Es gibt diverse Anbieter, die Universalzubehör, passend für Navigationsgeräte unterschiedlicher Marken, anbieten.


Lieber ein fest eingebautes oder ein mobiles Navi?

Eine klare Antwort ist auf diese Frage kaum möglich. Während es für Wohnmobile diverse Navigationsgeräte für den Festeinbau gibt, sind Wohnwagenbesitzer auf ein mobiles Navigationsgerät angewiesen. Denn in modernen Pkws kannst du das Infotainmentsystem, über das große Teile der Bordelektronik gesteuert werden, nicht einfach ersetzen.

 

Einbau-Navi

kein lose hängendes Kabel

Aufspielen von Updates meist umständlicher (USB-Stick oder Verbindung mit dem Smartphone nötig)

Tonausgabe über die Fahrzeuglautsprecher möglich

Einbau nur im DIN-Schacht in der Mittelkonsole möglich. Ausrichtung des Bildschirms lässt sich kaum anpassen. 

Mobiles Navi

Anbringung an unterschiedlichen Positionen möglich

Audioqualität meist nicht sehr gut

Updates über PC oder integriertes WLAN-Modul möglich


Fazit: Camper-Navis machen die Urlaubsreise leichter

Bist du mit einem Wohnwagen oder einem großen Wohnmobil unterwegs, spart dir ein Campernavi eine Menge Nerven und unnötige Wendemanöver. Ob Smartphone-App oder mobiles Navigationsgerät sei jedem selbst überlassen. Die jeweiligen Vor- und Nachteile sind auch immer vom persönlichen Anspruch abhängig.