1. Gesundheitszustand?

Gesund ist nicht gleich gesund. Klar solltest du keinen schwerkranken Hund einpacken, denn eine Reise ist für Mensch und Tier anstrengend. Aber auch auf rassespezifische Probleme solltest du achten. Für eine kurzschnauzige Rasse, die nur schwer atmen kann, ist ein Sommerurlaub im heißen Wohnmobil vielleicht nicht ganz so attraktiv. Auch für einen Husky wäre das bestimmt nicht das Richtige.

Wir wählen für Camping mit Hund eher gemäßigte Temperaturen. Im Oktober kann man beispielsweise an der italienischen Adria einen wunderschönen Urlaub verbringen. Die Campingplätze sind günstig und es herrschen meist sehr angenehme Temperaturen. Das zusammen mit einem vom Sommer gut erwärmten Meerwasser, was will Mensch und Hund mehr?


2. Einreisebeschränkungen

Camping mit Hund
Camping mit Hund © claudia – stock.adobe.com

Nicht überall sind alle Hunde erwünscht. Besonders Besitzer von sogenannten „Listenhunden“ sollten unbedingt ein Auge darauf haben. Informiere dich bitte orts- und länderspezifisch. Nicht jede Kultur toleriert Hunde und darauf sollte man als umgänglicher Hundebesitzer Rücksicht nehmen. 

In einigen Städten Spaniens dürfen Hunde nicht an den Strand oder an die Strandpromenade. Einige Städte in Italien haben die Auflage, dass Herrchen mit Hund beim Flanieren durch die Straßenzüge eine Sprühflasche mit verdünnten Essig mitführen. Damit soll der Geruch des abgesetzten Urins neutralisiert werden. In die Schweiz ist die Einreise für kupierte Hunde verboten. In Österreich ist es in einigen Bundesländern Pflicht, einen Maulkorb mitzuführen. Auch besteht manchmal Maulkorbpflicht in Restaurants, auf Terrassen oder im öffentlichen Nahverkehr. Die Regeln sind sehr vielfältig, schau bitte vorher genau nach und recherchier gründlich. Bußgelder müssen nicht sein.


3. Heimtierausweis

Bei Reisen musst du grundsätzlich den europäischen Heimtierausweis mitführen. Dein Hund muss einen Mikrochips in der linken Schulter haben, durch den ihm der Pass zugeordnet werden kann. Der Impfschutz muss aktuell sein. Grundsätzlich kann dir bestimmt auch der Tierarzt deines Vertrauens weiterhelfen, denn er wissen meist genau, welcher Schutz oder Nachweis wo vonnöten ist. 

Wichtig ist, den Hund bei Reisen in das südliche Europa (dazu zählt alles vom Schweizer Tessin über Serbien bis zu den Kanarischen Inseln) mehr als ausreichend zu schützen. Weit verbreitet sind dort die sogenannten Mittelmeerkrankheiten.

Zu denen zählen: 
• Anaplasmose (Übertragung durch Zecken) 
• Babesiose (Zecken)
• Borreliose (Zecken)
• Ehrlichiose (Zecken)
• Dirofilariose (Stechmücken)
• Hepatozoonose (Zecken)
• Leishmaniose (Zwei verschiedene Mückenarten)

Viele dieser Krankheiten enden tödlich. Die Krux ist, dass die momentan angebotenen Zeckenschutz-und Flohschutzmittel nicht alle ansteckenden Krankheiten abdecken. Mit einer sehr guten Ungezieferschutz-Kombi (wir benutzen ein Spot On Präparat und ein Flohhalsband vom Tierarzt) besteht jedoch nur wenig Ansteckungsgefahr. 


4. Zugangsbeschränkungen

Frage vor Anreise bei dem Campingplatz deiner Wahl nach, ob Hunde akzeptiert sind. 

Hierauf solltest du achten:
• Darf der Hund mit auf den Platz?
• Gibt es Größenbeschränkungen?
• Ist es erlaubt, die Tiere mit an den Strand zu nehmen?
• Wenn nicht: gibt es spezielle Strandzeiten, wo es erlaubt ist?

Habe auch einen Blick auf die Kosten, die beim Camping mit Hund anfallen. Bei manchen Plätzen kann das ganz schön teuer werden.


5. Autofahren?

Wenn es um das Autofahren geht, heißt es, rechtzeitig üben. Einige Hunde finden es von Anfang an toll. Andere haben Angst oder werden sogar reisekrank. Wichtig ist, dass dein Hund einen sicheren Platz im Auto bzw. Wohnmobil hat, an dem er gut sitzen und liegen kann. Je kleinschrittiger du beim Trainieren vorgehst, umso größer sind die Erfolgschancen. Deshalb ist es sinnvoll, den Hund erstmal an das Fahrzeug zu gewöhnen, bevor du damit die erste Fahrt unternimmst. Dann steigerst du die Dauer in kleinen Etappen und beendest jede Fahrt mit etwas Angenehmen, zum Beispiel einem schönen Spaziergang.


6. Ladungssicherung

Die sichere Befestigung sorgt immer wieder für Diskussionen. Klar ist vorgegeben, dass der Hund als „Ladung“ gesichert werden muss. Wie, liegt dann eher im Auge des Betrachters.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, deinen Hund während der Fahrt gut zu sichern

in einer Transportboxen oder einem Gitterkäfige

im Kofferraum, dieser kann durch ein Gitter oder Netz abgetrennt werden

durch einen Gurt, der am Hundes befestigt wird und im Gurtschloss einrastet

im Wohnmobil: am Tisch oder Bett

Sicherst du deinen Hund mittels Gurt, muss er zwingend ein Geschirr tragen und kein Halsband!


7. Vorsicht: nasser Hund?

Trockne deinen Hund vor dem Einsteigen ins Wohnmobils oder Auto gründlich ab. Du kannst deinen Kofferraum mit einer wasserdichten Plastikwanne auskleiden. Auch empfehlenswert sind Wickelunterlagen für Babys. Mit diesen wasserdichten Unterlagen lässt sich die Sitzbank des Wohnmobils einfach auslegen, anschließend steckst du das Ganze noch mit einer Decke fest und schon ist Sitzbank gut geschützt.


8. Hundefutter 

Trockenfutter
Trockenfutter ©  Angela Rohde – stock.adobe.com.

BARF, Trockenfutter oder Dose? Egal, was dein Hund frisst, er sollte im Urlaub das Gleiche bekommen.

Bist du in Deutschland unterwegs, kannst du dir das benötigte Hundefutter leicht an den Campingplatz liefern lassen. Auf der Webseite des Herstellers kannst du auch in Erfahrung bringen, ob das Futter in deinem Urlaubsland vertrieben wird. Dann kannst du es leicht vor Ort kaufen.


9. Bei Hitze

Vorsicht: In deinem Wohnmobil oder Wohnwagen wird fast genauso heiß, wie in einem Auto. Du musst also bei der Wahl des Stellplatzes darauf achten, dass er schattig genug ist. Bei weit geöffneten Dachluken und bei angenehmen Außentemperaturen ist der Aufenthalt im Campingfahrzeug kein Problem.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob es zu warm wird, dann probiere es einfach an dir selbst aus. Es ist Urlaub, setz dich in Ruhe ins Innere, schließ die Türen und warte einfach mal 10 Minuten ab. Du fühlst dann schon sehr genau, ob es zu warm für deinen Hund wird.


10. Klimaanlage

Kühlmatte für Haustiere
Kühlmatte für Haustiere

Eine laufende Klimaanlage ist für den Hund nicht optimal. Das kühle Gebläse wirkt nicht gesundheitsfördernd, denn der andauernde kalte Windzug kann beim Hund zu Atem- und Augenproblemen führen. Auch ist ein steifer Nacken bei Mensch wie Tier durchaus möglich. An sehr heißen Orten macht es aber trotzdem Sinn, die Klimaanlage laufen zu lassen, solange du darauf achtest, dass dein Hund nicht direkt im Zug sitzt.

Alternativ gibt es auch Kühlmatten, diese unterstützen bei warmen Tagen die natürliche Kühlung. Sie funktionieren ohne zusätzliche Kühlung, Strom oder Wasser. Durch den Körperkontakt aktiviert sich das enthaltene Gel und reguliert die Körpertemperatur.

Hier findest du die Kühlmatte für Haustiere im Berger Onlineshop.


11. Befestigung am Campingplatz

Peggy Peg Anleinehalterung mit Rückdämpfer zum Eindrehen
Peggy Peg Anleinehalterung mit Rückdämpfer zum Eindrehen © Hersteller

Natürlich darf sich dein Hund nicht frei auf dem Campingplatz bewegen. Du kannst die Hundeleine am Wohnwagen oder Auto befestigen, damit dein Hund am Stellplatz genug Auslauf hat. Es gibt auch spezielle Anbindevorrichtungen, die in den Boden geschraubt werden, an denen die Leine befestigt werden kann. Achte auch hier darauf, dass dein Hund ein Geschirr trägt.

Beim Spazieren auf dem Campingplatz herrscht Leinenpflicht. Oft gibt es aber etwas außerhalb eine Hundewiese oder sogar einen Hundestrand, wo der Hund sich frei bewegen darf.

Hier findest du die Anleinehalterung von Peggy Peg im Berger Onlineshop.


„Nettikette“ mit Hund auf dem Campingplatz

Wie im normalen Leben solltest du auf die anderen Rücksicht nehmen, denn nicht jeder mag Hunde.
• Lies die Platzordnung deines Campingplatzes
• Nimm deinen Hund an die Leine
• Lass ihn nicht zu nah an andere Camper heran
• Halte dich an vorgegebene Strandzeiten. 
• Wenn es am Strand voll ist, hat dein Hund da nichts verloren. 
• Achte auf die Temperaturen und gehe nicht in der größten Hitze Gassi
• Bitte führe beim Camping eine üppige Versorgung an Kotbeuteln mit und benutze diese auch
• Lasse deinen Hund nicht unbeaufsichtigt ohne Laune auf dem Stellplatz laufen
• Nur ein müder Hund ist ein guter Hund. Andauernd bellende Hunde kann keiner leiden. Beschäftige dein Tier ausreichen, damit seine Bedürfnisse gestillt sind.


Fazit: Trau dich einfach

Die meisten Hunde gewöhnen sich schnell an ihr neues fahrendes Haus und freuen sich über das Meer oder den See und all die anderen aufregenden Gerüche auf dem Campingplatz. Das Wichtigste ist sowieso, dass das Rudel zusammen ist.