Wechselrichter sorgt für mehr Autarkie

Zuhause lassen sich Elektrogeräte einfach in Betrieb nehmen: Stecker rein, den Schalter auf „on“ und los geht’s. Klar, unsere Stromversorgung ist schließlich genormt – zumindest in deutschen Haushalten ist die Spannung auf 230 Volt ausgelegt und Geräte mit über 3.000 Watt lassen sich ohne Einschränkungen benutzen.

Im Wohnmobil ist dir vielleicht schon einmal Folgendes passiert: du steckst ein elektronisches Gerät ein und es passiert … nichts. Das ist wenig verwunderlich, solange das Wohnmobil nicht am Landstrom angeschlossen ist (z.B. auf dem Stellplatz). Denn serienmäßig ist das Bordnetz nur auf Batteriestrom mit 12 Volt ausgelegt. Ohne Außenstromanschluss sind die Haushaltssteckdosen tot.

Föhn, Kaffeemaschine und weitere haushaltsübliche Geräte lassen sich ohne Landstrom nur über einen Wechselrichter betreiben. Dieses, auch Inverter genannte, Gerät wandelt 12 Volt Batteriespannung in 230 Volt Wechselspannung um.


Wechselrichter gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen

Wechselrichter gibt es in verschiedenen Ausführungen.

  • Reine Sinus-Wechselrichter erzeugen die gleiche Ausgangsspannung, wie sie auch zuhause aus der Steckdose kommt. Mit diesen Wechselrichtern lassen sich selbst empfindliche Elektrogeräte bedenkenlos betreiben.
  • Sinus ähnliche Wechselrichter sind oftmals bis zu einigen Hundert Euro günstiger als reine Sinuswandler. Bildet man jedoch die Spannung eines Sinus ähnlichen Wechselrichters in einem Koordinatensystem ab, zeigt sich eine treppenförmige Kurve. Diese ist der reinen Sinuskurve zwar sehr ähnlich, ermöglicht aber nicht den Betrieb von Geräten mit sensibler Steuerungselektronik.
  • Trapez-Wechselrichter sind die billigsten, aber auch einfachsten Spannungswandler. Sie generieren einen trapezförmigen Spannungsverlauf, der große Differenzen aufweist. Darum können bei Endgeräten mit eingebautem Transformator in Verbindung mit einem Trapez-Wechselrichter Störungen auftreten, einige Geräte funktionieren mit diesen einfachen Wechselrichtern überhaupt nicht.

In der Praxis sind reine Sinus-Wechselrichter die bessere Wahl. Denn damit lassen sich alle Elektrogeräte problemlos betreiben und es besteht keine Gefahr, das Endgerät durch falsche Spannungswerte zu beschädigen. Wer sich aus Kostengründen für einen günstigen Trapez-Wechselrichter entscheidet, spart möglicherweise am falschen Ende.


Beim Wechselrichter kommt es auf die Leistung an

Wechselrichter gibt es in unterschiedlichen Leistungsklassen, zu erkennen an der jeweils genannten Wattzahl. Vor dem Kauf eines Wechselrichters solltest du überlegen, wie viel Watt das leistungsstärkste Gerät besitzt, das du mit dem Wechselrichter betreiben möchtest. Dabei musst du auch immer eine Reserve berücksichtigen, da während des Betriebs Leistungsverluste auftreten können. Für den Betrieb eines Föhns mit 1500 Watt sollte der Wechselrichter mindestens 1700 Watt leisten. Möchtest du mehrere Elektrogeräte gleichzeitig über den Wechselrichter betreiben, musst du die Wattzahl jedes einzelnen Gerätes addieren.


Erhöht ein Wechselrichter den Stromverbrauch?

Moderne Wechselrichter benötigen nur sehr wenig Energie. Bei hochwertigen Markengeräten beträgt der Wirkungsgrad mehr als 92 Prozent. Ob für den Betrieb eines Elektrogerätes ein Wechselrichter mit 300 oder 1.500 Watt verwendet wird, spielt für den Stromverbrauch keine Rolle. Entscheidend für den Stromverbrauch und damit die benötigte Batteriekapazität ist die Leistung des Endgeräts.


Inaktiven Wechselrichter immer abschalten

Mit dieser Fernbedienung lässt sich der Dometic Sinepower-Wechselrichter bequem an- und ausschalten.
Mit dieser Fernbedienung lässt sich der Dometic Sinepower-Wechselrichter bequem an- und ausschalten. © Dometic

Solange ein Wechselrichter eingeschalten ist, verbraucht er einen geringen Ruhestrom. Daher ist es empfehlenswert, den Wechselrichter nur einzuschalten, wenn er auch gebraucht wird. In der Regel ist der Spannungswandler aber gut versteckt in einem Staufach eingebaut. Daher gibt es für bestimmte Wechselrichter optional eine Fernbedienung. 

Einige Wechselrichter sind mit einer so genannten Netzumschaltung, auch Netzvorrangschaltung geannnt, ausgestattet. Dabei erkennt der Wechselrichter, wenn das Wohnmobil am Landstrom angeschlossen ist und schaltet sich ab. Verwendest du einen Wechselrichter ohne Netzvorrangschaltung, musst du ihn immer manuell abschalten, solange 230-Volt-Strom von Außen verfügbar ist. Ansonsten kann die Bordelektronik beschädigt werden.

Externe Netzumschlatung von Büttner Elektronik.
Externe Netzumschlatung von Büttner Elektronik. © Büttner Elektronik

Wechselrichter ohne eingebaute Netzvorrangschaltung, lassen sich auch mit einer externen Netzumschaltung kombinieren. Dafür musst du ein kleines Kästchen in den Stromkreislauf integrieren.

Hier findest du die exterene Büttner Netzumschaltung im Berger Onlineshop.


Wechselrichter im Wohnmobil einbauen

Komponenten der Bordelektronik solltest du nur einbauen, wenn du ausreichend Fachkenntnis im Bereich der Elektronik besitzt. Wie bei allen Arbeiten an der Elektroanlage, musst du zunächst die Batterie abklemmen. Um einen Kurzschluss zu vermeiden, entfernst du erst den Minuspol, dann den Pluspol. 

  1. Den Wechselrichter installierst du möglichst nah an der Bordbatterie. Da in den Wechselrichter viel Strom fließt, sollte das Kabel möglichst kurz ausfallen, um Verluste zu vermeiden. Beachte auch den Kabelquerschnitt. Dieser darf nicht zu dünn ausfallen, da das Kabel ansonsten überhitzen kann. Die gefordeten Maße, kannst du der Einbauanleitung des Wechselrichters entnehmen. 
  2. Die Verbindung von Wechselrichter, Kabel und Batterie erfolgt über Rohrkabelschuhe. Die Kabelschuhe werden mit einer großen Crimpzange auf die Anschlussstellen gepresst.
  3. Die Plusleitung zwischen Batterie und Wechselrichter musst du mit einer Midi-Sicherung absichern. Die benötigte Größe orientiert sich an der Leistung des Wechselrichters und dem Kabelquerschnitt.
  4. Als Schutz vor einem Fehlerstrom, musst du den Wechselrichter über ein Erdungskabel mit der Karosserie verbinden. Dafür ist am Wechselrichter ein entsprechender Anschluss vorgesehen. 

Reine Sinuswechselrichter, erhältlich im Berger Onlineshop

© AEG

AEG Sinus Spannungswandler

Erhältliche Leistungsklassen: 600, 1000, 1500, 2000 und 3000 W

Integrierte Netzumschaltung: ja

Hier findest du den AEG Sinus Spannungswandler im Berger Onlineshop.

© Fritz Berger

Berger Sinus-Wechselrichter

Erhältliche Leistungsklassen: 300, 500, 1000 und 1500 Watt.

 Ausführung mit 1500 Watt besitzt 2 Steckdosen.

Integrierte Netzumschaltung: nein

Hier findest du den Berger Sinus-Wechselrichter im Berger Onlineshop.

© Büttner Elektronik

Büttner Sinus-Wechselrichter Powerline

Erhältliche Leistungsklassen: 300, 600 und 1500 Watt.

Integrierte Netzumschaltung: nein

Hier findest du den Büttner Sinus-Wechselrichter Powerline im Berger Onlineshop.

© Dometic

Dometic Sinepower Sinus Wechselrichter

Erhältliche Leistungsklassen: 150 und 350 Watt

Integrierte Netzumschaltung: nein

Hier findest du den Dometic Sinepower Sinus Wechselrichter im Berger Onlineshop.

© Teleco

Teleco Sinus Wechselrichter

Erhältliche Leistungsklassen: 400, 600, 1000, 1500, 2000 und 3000 Watt.

Integrierte Netzumschaltung: ja

Hier findest du den Teleco Sinus Wechselrichter im Berger Onlineshop.


Fazit: mehr Autarkie, mehr Möglichkeiten

Mit einem Wechselrichter kannst du verschiedene Haushaltsgeräte mit Batteriestrom betreiben. Achte bei der Auswahl des Wechselrichters darauf, dass die Leistung ausreichend stark ist. Wähle lieber einen Wechselrichter mit mehr Watt als nötig, dann bist du auf der sicheren Seite. Ganz lautlos sind Spannungswandler übrigens nicht. Leistungsstarke Geräte besitzen meist einen Lüfter, der den Wechselrichter während des Betriebs kühlt. Der Lüfter arbeitet jedoch nur solange, wie das Elektrogerät genutzt wird. Daher besteht keine dauerhafte Geräuschbelastung.