Was ist Müllvermeidung?

Müllvermeidung oder Zero Waste (englisch für „null Müll“) beschreibt eine Lebensweise, die danach strebt, möglich wenig, beziehungsweise gar keinen Müll zu produzieren, um Rohstoffe nicht zu vergeuden. Dabei geht es um Müllvermeidung, aber auch beispielsweise um Wiederverwendung durch Reparatur.

Generell gilt: Je größer die Verpackung, desto weniger Müll fällt prozentual an. Wenn du fünf Packungen Flüssigseife kaufst, hast du fünf Seifenspender, die in den Müll wandern werden. Kaufst du hingegen einen Seifenspender und vier Nachfüllbeutel, sparst du dir einiges an Verpackung. Klar: Nachfüllpackungen bestehen meist auch aus Plastik, für deren Herstellung ist jedoch viel weniger davon nötig. Das Umweltbundesamt macht deutlich: Der Plastikbedarf für einen 400-Milliliter-Nachfüllbeutel ist um etwa 63 Prozent geringer als der für einen 500-Milliliter-Flüssigseifenspender. Dadurch wird Plastikmüll zwar nicht komplett vermieden, aber erheblich reduziert. Zudem kostet die Seife im Seifenspender deutlich mehr, als die im Nachfüllbeutel.

Nähere Informationen, wie du mit Müll im Campingurlaub umgehst, findest du hier.


Hygieneprodukte zur Müllvermeidung

Ich möchte dir hier einige nützliche Produkte fürs Badezimmer zeigen, mit denen du eine Menge Müll einsparen und Ressourcen schonen kannst.

Abschminkpads

Wusstest du, dass die Herstellung jedes einzelnen Wattepads circa 4 Liter Wasser verbraucht? Wiederverwendbare Abschminkpads sind deswegen die ideale Alternative. Es gibt Pads, die aus einer Mischung aus Bio-Baumwolle und Bambusfasern hergestellt werden. Wiederverwendbare Abschminkpads kannst du allerdings auch ganz leicht selber machen, selbst ohne Nähmaschine. Wie, zeige ich dir jetzt.

Als Stoff eignet sich alles, was gut saugt. Das kann ein altes Handtuch oder Baumwollstoff sein. Ich nutze dafür sogenannten Waffelpiqué-Stoff. Er fühlt sich leicht und weich auf der Haut an und eignet sich sehr gut für den Einsatz im Badezimmer.

selbstgemachte Abschminkpads
selbstgemachte Abschminkpads © Fritz Berger
  • Ohne Nähmaschine gehst du wie folgt vor: Zuerst zeichnest du die Pads in deiner Wunschgröße auf dem Stoff und schneidest sie aus. Nimm dazu eine Zick-Zack-Schere, dann franst der Stoff später nicht aus und du musst nichts vernähen. Fertig!
  • Möchtest du deine Abschminkpads lieber nähen, schneidest du die aufgezeichneten Pads ebenfalls zuerst aus. Jetzt legst du immer zwei Pads rechts auf rechts (also mit der schönen Seite zueinander) aufeinander und nähst sie einmal ringsherum zusammen. Lasse dabei eine Wendeöffnung, durch die du das Pad jetzt wendest. Danach klappst du die Nahtzugabe der Wendeöffnung nach innen und steppst alles knappkantig ab.

Deine benutzten Abschminkpads kannst du bei 40 Grad Celsius in der Waschmaschine waschen. Gib sie dazu am besten in ein Wäschenetz.


Feste Seife

Festes Shampoo mit Mandarinen-Basilikum-Duft
Festes Shampoo mit Mandarinen-Basilikum-Duft © dm-drogerie markt GmbH + Co. KG

Dank der plastikfreien Verpackung trägt feste Seife zur Vermeidung von Plastikabfällen bei. In der Wirksamkeit unterscheiden sich feste Seifen nicht von Flüssigen. Feste Seife gibt es als Handseife, festes Shampoo und festes Duschgel, oft Duschbutter, genannt. Sie werden oft ohne Mikroplastik hergestellt und sparen Platz und Gewicht beim Transport: ein 85-g-Stück feste Seife ist so ergiebig wie 500 ml flüssige Seife.


Haarbürste

Holzhaarbürste mit Naturborsten
Holzhaarbürste mit Naturborsten © Uwe Baumann auf Pixabay

Naturhaarbürsten sind Bürsten auf der Basis von Naturborsten oder Naturhaar, wie beispielsweise Wildschweinborsten. Der Griff ist aus Holz, wie Bambus oder Birne. Deswegen kann die Bürste am Lebensende auf dem Kompost entsorgt werden. Ein zusätzlicher Vorteil von Naturhaarbürsten: Durch die kontinuierliche Pflege mit einer Naturbürste verbessert sich die Haarstruktur und die Zahl der notwendigen Haarwäschen reduziert sich.


Rasierer

Rasierhobel aus Sandelholz
Rasierhobel aus Sandelholz © T&B Distribution GbR

Die nachhaltigste Rasur erhältst du mit fester Seife und einem Rasierhobel aus Holz. Wiederverwendbarer Rasierhobel sind deutlich umweltfreundlicher als Plastikrasierer, denn der Griff ist biologisch abbaubar. Die Klinge entsorgst du am besten im Metallschrott auf dem Bauhof, damit auch sie recycelt werden kann.


Wattestäbchen

Möchtest du bei deiner Badezimmer-Hygiene nicht auf Wattestäbchen verzichten, solltest du mindestens zu abbaubaren Produkten greifen. Diese sind meist aus einem Bambusstäbchen und Bio-Baumwolle gefertigt. Besser noch greifst du zu wiederverwendbaren Wattestäbchen. Im eigentlichen Sinne ist es dann kein Wattestäbchen mehr, denn das weiße Ende besteht aus Silikon. Es lässt sich nach Gebrauch leicht mit Wasser und Seife reinigen.

Wattestäbchen aus nicht-abbaubaren Kunststoffen sind in der ganzen EU seit 2021 verboten.


Zahnbürste

Bambuszahnbürsten von Hydrophil
Bambuszahnbürsten von Hydrophil © Wasserneutral GmbH

Bambus-Handzahnbürsten sind eine gute Alternativen zu herkömmlichen Zahnbürsten aus Plastik. Der Bambusgriff ist sehr robust und schimmelresistent. Außerdem ist er biologisch abbaubar und kann im Kompost entsorgt werden. Der Bürstenkopf muss im Restmüll entsorgt werden.


Weitere Produkte

Das sind natürlich längst nicht alle nachhaltigen Produkte, die es im Hygienebereich gibt. Die Hersteller sind kreativ und es kommen jährlich viele weitere Produkte auf den Markt, die uns helfen, im Bad Müll zu vermeiden und Ressourcen zu schonen. Dazu zählen Interdentalbürsten aus Bambus, nachhaltige Taschentücher, Rasierpinsel, Deos, Toilettenpapier, aber auch Zahnputztabletten zum Kauen oder Monatshygieneprodukte für Frauen und und und…


Fazit: kein Plastik im Bad

Um einen Beitrag zum Klimaschutz leisten zu können, ist es auf lange Sicht wichtig, Einwegprodukte zu vermeiden. Denn nur so können wertvolle Ressourcen bewahrt werden. Egal, ob du dich für selbstgemachte Wattepads entscheidest oder ab jetzt mit festem Shampoo duschst, wichtig ist, umweltfreundliche Alternativen zu bekannten Produkten im Badezimmer zu nutzen.