1. Außenreinigung

Mit einer Waschbürste lässt sich der Wohnwagen problemlos reinigen.
Mit einer Waschbürste lässt sich der Wohnwagen problemlos reinigen. © Fritz Berger

Beginne die Campingsaison mit einem ausgiebigen Frühjahrsputz. Ein sauberes Fahrzeug ist nicht nur optisch schöner. Verschmutzungen, insbesondere, wenn sie bereits verkrustet sind, können die Rostbildung beschleunigen oder die Funktion beweglicher Teile beeinträchtigen.

Für die Außenreinigung fährst du mit deinem Campingfahrzeug am besten zu einem Waschpark, bei dem die Waschplätze nicht überdacht sind (oder das Dach so hoch angebracht ist, dass dein Wohnmobil oder Wohnwagen darunter passt). Mit Hochdrucklanze und Schaumbürste befreist du deinen Camper vom Schmutz des vergangenen Winters. Gehe mit dem Hochdruckreiniger aber nicht zu nah an das Fahrzeug heran. Vor allem im Bereich der Fenster und anderer Öffnungen, solltest du auf die Hochdrucklanze verzichten.

Besonders hartnäckige Verschmutzungen entfernst du mit einem Schwamm oder Tuch. Regenstreifen lassen sich oft nur mit einem starken Reinigungsmittel entfernen.

Vorsicht an den Fenstern: Scheiben aus Acrylglas darfst du nicht mit herkömmlichem Glasreiniger putzen. Denn dadurch werden sie trüb oder können sogar reißen. Verwende stattdessen einen speziellen Acrylreiniger.

© Fritz Berger

Acrylglas ist mehr Kunststoff als Glas. Darum gibt es zur Pflege und Reinigung spezielle Mittel. Der Berger Acrylglas Kratzer Entferner (links) poliert leicht beschädigte Scheiben auf. Die Sprühflasche (rechts) beinhaltet ein Reinigungsmittel, das Verschmutzungen schonend vom Acrylglas entfernt.


2. Sichtkontrolle und Funktionsprüfung

Allein schon durch genaues Betrachten kannst du den Zustand deines Wohnmobils oder Wohnwagens schnell erfassen. Gehe langsam um das Fahrzeug herum und sieh dir die Außenwände an.

  • Sind Dellen oder andere Beschädigungen zu erkennen?
  • Lösen sich Lack oder Aufkleber?
  • Sind Lichter und Rückstrahler unbeschädigt?
  • Gibt es Beschädigungen an den Rückspiegeln?

Öffne auch alle Fenster und kontrolliere, ob die Dichtgummis an den Fensterrahmen noch sauber anliegen und nicht spröde geworden sind.

Wie du Gummidichtungen richtig pflegst, erfährst du hier.

Nach der Winterpause solltest du den (technischen) Zustand deines Wohnmobils oder Wohnwagens überprüfen. Bitte eine zweite Person, dir beim Lichtcheck zu assistieren. Überprüft gemeinsam, ob alle Lichter funktionieren und überprüft auch den Rückstrahler (z.B. indem ihr ihn mit einer Taschenlampe anleuchtet).

Funktionsprüfung und Wartung beim Wohnmobil

  • Da du für den Lichttest den Motor starten musst, achte dabei auch gleich auf die Kontrollleuchten im Cockpit. Diese zeigen dir an, wenn eine Störung oder Fehlfunktion am Basisfahrzeug vorliegt.
  • Kontrolliere den Füllstand von Motoröl und Bremsflüssigkeit.
  • Fülle das Scheibenwasser (gegebenenfalls inklusive Frostschutz) auf.
  • Überprüfe den Zustand der Scheibenwischer.

Funktionsprüfung und Wartung beim Wohnwagen

  • Kupple den Wohnanhänger am Zugfahrzeug an und achte darauf, dass sich das Zugrohr uneingeschränkt ein- und ausschieben lässt.
  • Kontrolliere, ob der Kugelkopf der Kupplung sauber ist und richtig schließt.
  • Überprüfe die Verschleißanzeige des Antischlingersysytems.

Muss ich nach dem Winter in die Werkstatt?

Einige Arbeiten solltest du an deinem Campingfahrzeug nicht selbst ausführen. Reparaturen an der Bremsanlage lässt du am besten von einer Fachwerkstatt machen. Denn, unterlaufen dir bei der Reparatur Fehler, können diese zu lebensbedrohlichen Unfällen führen. Stellt sich nach einem Unfall heraus, dass du selbst an der Bremsanlage gearbeitet hast, muss die Versicherung außerdem nicht für den Schaden aufkommen.

Auch Arbeiten am Unterboden lässt du am besten in einer Fachwerkstatt machen. Grund dafür sind vor allem praktische Gründe, denn ohne Hebebühne oder Werkstattgrube sind große Bereiche des Unterbodens nicht erreichbar.


3. Den Innenraum reinigen und Inventar aussortieren

Ist im Außenbereich deines Wohnwagens oder Wohnmobils alles klar, folgt die Reinigung des Innenraums. Wische alle Oberflächen sauber und putze auch die Schränke sowie den Kühlschrank aus. Bei dieser Gelegenheit kannst du auch kontrollieren, ob dein Campinginventar noch vollständig ist. So kannst du fehlendes Campingzubehör noch vor dem ersten Urlaub rechtzeitig ergänzen. Vielleicht fallen dir auch Gegenstände auf, die du in der letzten Saison nie benutzt hast. Dann besteht jetzt die Chance zum Ausmisten.

Einen ausführlichen Ratgeber zum Frühjahrsputz findest du hier.


4. Entnommenes Zubehör wieder einräumen

In den Stauklappen herrscht gähnende Leere? im Frühling ist es Zeit, die Schränke wieder zu befüllen. Auch alle Polster kannst du jetzt wieder in den Camper legen.
In den Stauklappen herrscht gähnende Leere? im Frühling ist es Zeit, die Schränke wieder zu befüllen. Auch alle Polster kannst du jetzt wieder in den Camper legen. © Fritz Berger

Denke auch daran, sämtliche Einrichtungsgegenstände wieder einzuräumen, die du vor der Winterpause aus dem Campingfahrzeug entnommen hast (z.B. Matratzen, Polster). 

Außerdem solltest du die Gasflasche wieder an die Gasanlage anschließen und die Funktion der Verbraucher wie Herd, Heizung und Warmwasserboiler checken. Baue die Bordbatterie wieder ein beziehungsweise schließe sie an, falls du die Batterie über den Winter anderweitig gelagert hast. Falls nötig, lade die Batterie einmal vollständig auf.


5. Die Wasseranlage reinigen

Wasser ist Leben! In der Wasseranlage sollte sich aber kein Leben in Form von Pilzen und Bakterien entwickeln. Bevor du den Frischwassertank mit Trinkwasser auffüllst, solltest du die gesamte Wasseranlage mit einem geeigneten Reinigungsmittel behandeln. Dabei solltest du die Wasseranlage mehrfach befüllen, damit Schläuche und Boiler ausreichend gespült und anschließend mit frischem Wasser befüllt sind.

Hier erfährst du, wie die Reinigung der Wasseranlage abläuft.


6. Papiere überprüfen

Bevor du in die Campingsaison startest, solltest du noch einen Blick auf die Fahrzeugpapiere werfen.

  • Sind diese noch vollständig und an ihrem angedachten Platz?
  • Wann steht der nächste Kontrolltermin beim TÜV an?
  • Ist der Führerschein noch gültig (ab 2013 ausgestellte Führerscheine müssen nach 15 Jahren verlängert werden)? Achte auch auf die Eintragung der einzelnen Führerscheinklassen. Für die LKW-Klassen C1 bzw. C können die Fristen vom Pkw-Führerschein abweichen.

Fazit: kein Hexenwerk

Der Frühjahrscheck ist kein Hexenwerk. Und jeder Defekt, den du vor der Saison reparieren kannst, wird dich im Urlaub nicht mehr plagen. Allein das ist schon ein Argument dafür, dass sich der Aufwand lohnt.