Tauchpumpe: günstig und platzsparend

Tauchpumpen sind klein und leicht. Sie eignen sich insbesondere für tragbare Wasserkanister.
Tauchpumpen sind klein und leicht. Sie eignen sich insbesondere für tragbare Wasserkanister. © Reich

preisgünstig

platzsparend

leise

Wasser fließt verzögert

Wie der Name bereits andeutet, werden Tauchpumpen direkt in den Wassertank eingetaucht. In der Tauchpumpe ist ein mit Batteriestrom betriebener Motor integriert. Dieser saugt das Frischwasser mit Hilfe eines Schaufelrades an und fördert es über einen Schlauch zu den Entnahmestellen. Die Tauchpumpe ist eine sehr minimalistische Lösung, da sie außerhalb des Wassertanks keinen Platz beansprucht und äußerst leicht ist.

Woher weiß die Tauchpumpe, wann sie pumpen soll? Die Aktivierung der Pumpe erfolgt über einen im Wasserhahn integrierten Mikroschalter. Zahlreiche campingspezifische Wasserhähne besitzen solch einen Schalter. Eine haushaltsübliche Armatur funktioniert mit einer Tauchpumpe jedoch nicht.

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Leichte Anlaufschwierigkeiten sind bei Tauchpumpen normal

Im Betrieb zeigt sich die Tauchpumpe besonders leise, denn das sie umschließende Wasser dient als Schalldämmung. Nach dem Öffnen des Wasserhahns kann es jedoch eine Weile dauern, bis das Wasser gleichmäßig fließt. Denn der Druck in den Leitungen muss sich erst aufbauen. Da sich die Tauchpumpe immer am Anfang der Wasserleitung befindet, muss der von ihr erzeugte Druck ausreichen, um das Wasser den kompletten Weg bis zur Entnahmestelle zu befördern. Auch sollte in Verbindung mit einer Tauchpumpe immer nur ein Wasserhahn zur gleichen Zeit geöffnet werden, da der Druck für die gleichzeitige Entnahme an zwei Armaturen nicht ausreicht.

Umso länger die Schlauchleitungen, desto geringer ist der Druck an der Armatur. Daher eignen sich Tauchpumpen am besten für kurze Leitungswege.

Umfangreiche Wartung erfordert die Tauchpumpe nicht. Allerdings solltest du ab und an den Ansaugstutzen auf Verschmutzungen sowie Verkalkungen überprüfen. Derartige Verunreinigungen blockieren mit der Zeit den Ansaugmechanismus der Tauchpumpe. Die Folge ist nachlassender Wasserdruck, bis hin zu einem Totalausfall der Pumpe.

Tauchpumpen sind erste Wahl bei tragbaren Wasserkanistern, wie sie beispielsweise in kompakten Campingbussen zum Einsatz kommen. In Wohnwagen, wo nur geringer Wasserbedarf herrscht, ist die Tauchpumpe die Standardlösung. Aber auch bei ausgebauten Reisemobilen der unteren und mittleren Preisklassen finden sich Tauchpumpen in den Wassertanks. Günstige Tauchpumpen gibt es bereits ab etwa 20 Euro, hochpreisige Modelle kosten bis zu 60 Euro.

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Druckpumpe: erste Wahl bei hohem Wasserverbrauch

Druckpumpen, wie die Shurflo Soft, sind besonders leistungsstark
Druckpumpen, wie die Shurflo Soft, sind besonders leistungsstark © Shurflo

hohe Leistung

gleichmäßiger Wasserstrahl

hoher Preis

benötigt Platz außerhalb des Wassertanks

Druckpumpen sind auch als Membranpumpen bekannt. Denn in ihrem Inneren befinden sich bis zu fünf Membranen, die ein 12-Volt-Motor vor und zurückbewegt. Dabei entsteht Unterdruck, der das Wasser ansaugt und es über ein Auslassventil in die Wasserleitung presst.

Die Druckpumpe befindet sich außerhalb des Wassertanks, weshalb der Einbau dieser Pumpe zusätzlichen Platz erfordert. Ein in der Pumpe integrierter Druckschalter erkennt, wenn der Wasserdruck in der Leitung abnimmt. In diesem Fall aktiviert sich die Druckpumpe umgehend und gleicht den Druckverlust aus. Für den Betrieb ist somit kein Schalter an der Armatur notwendig.

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Kräftige Druckpumpen sind ideal für große Wassertanks

Druckpumpen zeichnen sich durch einen gleichmäßigen und kräftigen Wasserstrahl aus. Die leistungsstarken Membranpumpen finden sich insbesondere in großen Wohnmobilen mit fest installierten Wassertanks. Mit Preisen von 60 bis über 100 Euro ist die Druckpumpe allerdings auch wesentlich teurer als eine Tauchpumpe. Die hohe Leistung der Druckpumpe hat aber noch einen anderen Preis: Während des Betriebs gibt die Druckpumpe ein deutliches Brummen von sich. Daher solltest du die Druckpumpe idealerweise nicht in direkter Nähe zum Bett platzieren.

In einem intakten Wassersystem bleibt der Druck dauerhaft konstant und sinkt nur während Wasser entnommen wird. Problematisch wird es allerdings im Fall eines Lecks. Tritt beispielsweise Wasser an einer undichten Schlauchverbindung aus, sinkt der Druck und die Druckpumpe verrichtet unaufhörlich ihren Dienst. Dabei kann nicht nur ein Wasserschaden im Campingfahrzeug entstehen. Auch die Druckpumpe selbst nimmt Schaden, wenn sie zu lange trocken läuft. Um derartige Schäden zu verhindern, gehört zu einer Druckpumpe immer ein Hauptschalter, der meist im Bereich des zentralen Kontrollpanels angebracht ist.


Sobald du das Wohnmobil längere Zeit unbeobachtet abstellst, solltest du den Hauptschalter der Druckpumpe deaktivieren.


Wie unterscheidet sich die Leistungsfähigkeit bei Wasserpumpen?

Die Leistungsfähigkeit einer Wasserpumpe hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: dem Wasserdruck und der Förderleistung


Hoher Wasserdruck sorgt für starken Wasserstrahl

Tauchpumpen erzeugen nur einen geringen Wasserdruck, der je nach Modell zwischen 0,5 und 1,5 bar beträgt. Die Tauchpumpe Power Jet Plus von Reich zählt mit einem maximalen Druck von 2,1 bar bereits zu den Hochleistungsmodellen unter den Tauchpumpen.

Mit Druckpumpen sind diese Angaben allerdings nicht direkt vergleichbar. Da diese Wasserpumpen dauerhaft einen bestimmten Druck in den Leitungen halten, sind zwei Werte relevant.

  1. Beim Abschaltdruck handelt es sich um den maximalen Leitungsdruck, bei dem sich die Druckpumpe abschaltet.
  2. Der Wiedereinschaltdruck beziffert den Mindestdruck, der in den Leitungen herrschen soll. Sinkt der Druck auf den entsprechenden Wert ab, schaltet sich die Druckpumpe solange ein, bis der Abschaltdruck erreicht ist.

Fördermenge hängt von mehreren Faktoren ab

Auch die Förderleistung ist eine wichtige Messgröße im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit einer Wasserpumpe. Sie gibt an, wie viel Wasser die Pumpe pro Minute fördert. Sowohl bei Tauch- als auch Druckpumpen kann die theoretische Förderleistung bis zu 20 Liter pro Minute betragen. In der Praxis ist sie bei Tauchpumpen deutlich niedriger, denn der geringere Druck in Verbindung mit langen Leitungswegen bremst die tatsächliche Fördermenge aus.

Eine hohe Fördermenge allein ist auch nicht unbedingt wünschenswert. Denn was nützt es, wenn der Wassertank in wenigen Minuten leerläuft? Zudem sind viele Wasserhähne mit einem Perlator (Strahlregler) versehen, der den Wasserstrahl mit Luft vermengt und so zu einem sparsamen Wasserverbrauch beiträgt.


Tauchpumpe durch Druckpumpe ersetzen

Mancher Camper möchte seine Tauchpumpe im Laufe der Zeit durch eine leistungsfähigere Druckpumpe ersetzen. Das ist möglich, auch wenn es einige Besonderheiten zu beachten gibt.

Verschraubte Schlauchschellen sind Voraussetzung für den Einsatz einer Druckpumpe.
Verschraubte Schlauchschellen sind Voraussetzung für den Einsatz einer Druckpumpe. © Fritz Berger
  • Moderne Wasserhähne namhafter Hersteller vertragen bis zu 3 bar in der Regel problemlos. Der Mikroschalter wird bei einem Umbau auf eine Druckpumpe einfach stillgelegt.
  • Auch die Wasserleitungen sind für die Verwendung mit einer Druckpumpe geeignet. Allerdings solltest du die Verbindungsstellen überprüfen. Hier sollten sich verschraubte Schlauchschellen befinden. Manchmal sind Schlauchverbindungen nur mit Steckverbindungen gesichert. Diese können sich bei höheren Drücken lösen.

Theoretisch könntest du auch eine Druckpumpe durch eine Tauchpumpe ersetzen. Dabei müsstest du lediglich kontrollieren, ob alle Wasserhähne einen Mikroschalter besitzen. Ist das nicht der Fall, musst du geeignete Wasserhähne einbauen und deren Mikroschalter mit der Bordbatterie verkabeln. Praktisch gesehen wäre dieser Umbau jedoch eine Verschlechterung und daher kaum relevant.


Fazit: Auf die Menge kommt es an

Grundsätzlich empfehle ich Tauchpumpen für kleine Wassertanks und tragbare Kanister. Insbesondere in kompakten Campervans ist die Leistung einer Tauchpumpe vollkommen ausreichend. Die teurere Druckpumpe dagegen ist ideal für große Wassertanks und hohen Wasserverbrauch. Wenn du regelmäßig im Wohnmobil duschen möchtest oder vielleicht sogar einen Anschluss für eine Außendusche besitzt, ist die Druckpumpe erste Wahl.